Schatten am Morgen

Es war einmal, sagte sie und erzählte von Vergangenem, wie Schlaf aus voriger Nacht. Kein Gramm mehr, kein unnötiger Ballast ziert meine so reine Seele.

„Das ich nicht lache“ Sagte der Tod und zeigte mit seinen spitzen und knöchrigen Fingern hoch in den Himmel, nur um in Hoffnungslosigkeit, wieder abzusacken, in Richtung Hölle, in Richtung Schwarz.

„Oh Verdammnis, wo wirst du warten, auf mich unschudiges Kind. Aus deinem Schoße bin ich entsprungen, unfähig jedweder Sünde und völlig unbefleckt.“

Stille erfüllte den unendlichen Raum bis unangenehm wie Fingernägel an einer Kreidewand, eine Stimme alles erfasste:

„Nicht weniger befleckt seiest du als das Kalb, überströmt mit dem Blute der Mutter, geboren im Schmerz und verdammt auf ein Leben im fortwährend Leid. Deine größte Hoffnung soll eines schnellen Todes gelten und Oh wie werde ich es dir verwähren. Unter den Augen der Großen sollst du leiden, verdorben durch Sehnsucht, dein Schicksal.“

Das Gesagte hing wie Schatten in der Luft, kalt und lieblos, bis wie aus einem Türspalt heraus Licht trat und einen Teil der Dunkelheit verdrängte:

„So lasst mein Schicksal meines sein und vergiftet es nicht mit eurem Worte. Und erwartet mich auch ein Meer aus Blut, so bin ich gewiss kein Zauderer. Deine Angst und deine Verführung soll mich nicht einholen. Hier soll sie abprallen, wie Pfeile auf eines Schildes Körper. Schwinde oh du Geist der Vergangenheit, du Wirt meiner Angst! Nie werd ich mich beugen, meine Freiheit dir geben, so hoffnungslos alles scheint, so bin ich doch hier aus einem Grunde. Lass mich dich anschauen und kein Zögern meinen Körper ergreifen, du bist hier und du bleibst, doch werd ich nicht weichen. Nichts mehr erreichen, dass wirst du bei mir, bring ich doch Ängste als erstes zu mir. Der Vorhang entböst ein scheinendes Licht, es soll dich durchströmen, befreien von Gicht. Ein klarer See, ein Himmel so blau, Augen geöffnet, die Seele zur Schau.“

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